„Datenschutz im globalen Zeitalter“

Den meisten Nutzern von Computer ist bekannt, dass eine Verbindung zum Internet nur mittels einer IP-Adresse möglich ist. Diese dient dazu, das jeweilige Endgerät eindeutig zu adressieren und damit erreichbar zu machen. Dafür wurde als technische Grundlage im Jahre 1981 mit IPv4 die vierte Version des Internetprotokolls eingeführt. Durch die Verwendung von 32-Bit-Adressen können mit diesem Standard bis zum heutigen Zeitpunkt weltweit maximal 4.294.967.296 eindeutige IP-Adressen genutzt werden.

Aufgrund der rasanten Verbreitung des Internet in den letzten Jahren, sind jedoch nur noch wenige Adressbereiche verfügbar. Deshalb gibt es inoffiziell bereits seit 1998 das neue Protokoll IPv6. Mit diesem Standard kann nun ein Adressraum von 128 Bit abgedeckt werden, was viel mehr Möglichkeiten und damit verbundene Freiheiten mit sich bringt. Neben den Vorteilen bzw. Neuerungen hat der neue Standard jedoch noch einige negative Eigenschaften, die ohne entsprechende Beachtung zu erheblichen Sicherheitslücken in Bezug auf den Datenschutz führen können.

Gemeinsam Lösungen finden

Auf der 33. Internationalen Konferenz der Datenschutzbeauftragten in Mexico-Stadt (Foto) tagten vom 2. bis 3. November 2011 Experten aus aller Welt unter dem Slogan „Datenschutz im globalen Zeitalter“ zum Kernthema der Einführung des IPv6. Vor allem die Tatsache, dass durch die zunehmende Vergabe von statischen IPv6-Adressen die dauerhafte eindeutige Identifizierung und das Erforschen des Nutzerverhaltens erleichtert wird, ist in den Augen der Verantwortlichen ein großes Sicherheitsrisiko.

Mit dabei war auch der Bundesbeauftrage für Datenschutz und Informationsfreiheit Peter Schaar, welcher zusammen mit Vertretern aus Belgien, Kanada, dem vereinigten Königreich und Mexico einen gemeinsamen Beschluss verabschiedete. Ein Punkt dieses Abkommens ist, dass den Verbrauchern die Nutzung von dynamischen temporären Adressen auch bei IPv6 erhalten bleibt. Des Weiteren setzt man sich für die zunehmende Verschlüsselung von Standortinformationen auf mobilen Endgeräten, wie Smartphones oder Tablet-PCs ein.

Fortschritt des Internet-Protokolls

Der IP-Standard bringt aber neben seinen nicht von der Hand zu weisenden Nachteilen auch einige Vorteile mit sich. So ist es beispielsweise möglich, beim Wechsel des Internetproviders seine persönliche IP-Adresse zu behalten oder selbst zu bestimmten, an welchem Ort und über welchen Provider man sich den Zugang zum Internet herstellten möchte.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist der Zugriff auf private Daten auf dem heimischen Rechner. In Verbindung mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen kann der Zugang zu gespeicherten Informationen von jedem Ort der Welt aus ermöglicht werden, ohne dabei fremden Usern Einblick in private Daten zu gewähren. Man darf also gespannt sein, in welche Dimensionen sich die Nutzung des Internet über IPv6 in Zukunft entwickeln wird.